[fo-to-'maː-ne]
Einer, den die Fotografie nicht losgelassen hat.
Ich bin bekennender Fotomane. Das ist keine Berufsbezeichnung. Und vermutlich auch keine medizinische Diagnose. Seit mehr als fünfzig Jahren begleitet mich die Faszination für Fotografie. Irgendwann wurde daraus ein Beruf.
Ende 2026 bin ich 67 Jahre alt, und ich werde meine berufliche Tätigkeit beenden. Nach 43 Berufsjahren, das letzte Vierteljahrhundert als DeltaE. Eine bewusste Entscheidung. Und vielleicht kein schlechter Zeitpunkt, zurückzuschauen. Aber nicht, um Bilanz zu ziehen.
Sondern um Erinnerungen Bild werden zu lassen.
Erinnerungen an Menschen und Begegnungen, an Kameras, Dunkelkammern und Computer. An Dinge, die einmal Errungenschaften waren und heute schon wieder verschwunden sind. Und an heute Selbstverständliches, das vor Jahren noch unvorstellbar erschien. An manches auch, das in meiner Erinnerung erst mit den Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Wenn ich heute zurückblicke, staune ich vor allem darüber, was ich alles miterleben durfte.
So wie ich meine Gedanken schweifen lasse, möchte ich auch davon erzählen. Meine Geschichten werden dort anfangen, wo eine Erinnerung auftaucht – und manchmal ganz woanders hinführen. Das werden sicher keine Memoiren. Und auch kein Nachschlagewerk „Geschichte der Fototechnik im ausgehenden 20. Jahrhundert“. Vielleicht wird es etwas dazwischen: meine Bio-Foto-Grafie. Oder einfach:
Geschichten eines Fotomanen.
